Nationalpark Paklenica

Nationalpark Paklenica

Der Nationalpark Paklenica ist ein Nationalpark im Velebit-Gebirgsmassiv 30 km nordöstlich der Stadt Zadar an der kroatischen Adria und ca. 1 km entfernt von Starigrad-Paklenica. Er wurde bereits im Jahre 1949 zum Nationalpark erklärt. Die höchsten Gipfel sind Vaganski Vrh mit 1.757 m. i. J. und Sveto Brdo (1.750 m. i. J.)
Paklenica bedeutet im Kroatischen „kleine Hölle“. Der Name entstand vermutlich aufgrund der rauen und steilen Karstfelsen, die zahlreiche versteckte Höhlen beherbergen und von der Sonne angestrahlt die Assoziation mit der Unterwelt erwecken. Eine alternative Erklärung führt den Namen auf die im Park häufig vorkommenden Schwarzkiefer zurück, deren Saft (Paklina) früher zur Imprägnierung von Booten verwendet wurde.

Nationalpark Paklenica 27Die Gesamtfläche dieses Nationalparks beträgt 96 Quadratkilometer. Der Nationalpark bietet Lebensraum für zahlreiche seltene und geschützte Tierarten: Braunbären, Luchse, Schlangenadler, Gänsegeier leben im Nationalpark. Daneben leben auch zahlreiche Reptilien im Velebit: giftige Hornvipern und Kreuzottern kommen im Karst Kroatiens relativ häufig vor.

Um die Vielfältigkeit des Parks kennenzulernen stehen 150 km markierte Wanderwege zur Verfügung. In einigen Gebieten ist es dringend angeraten diese aufgrund von weiterhin existierender Landminengefahr nicht zu verlassen. Das Zelten ist im Park nicht gestattet, allerdings stehen einige Berghütten und (kostenlose) Schutzhütten dem Wanderer zur Verfügung. Wasser ist im Park ausreichend und in trinkbarer Qualität vorhanden.

Obwohl das Velebit-Gebirge zahlreiche schöne Aussichtspunkte und abwechslungsreiche Wanderruten zu bieten hat, sind besonders die große und die kleine Schlucht – Velika Paklenica und Mala Paklenica – bei Einheimischen und Besuchern wegen ihrer wunderschönen Landschaft berühmt. Entsprechend wurde das Gebiet 1978 von der UNESCO auch zum Naturpark erklärt und unter besonderen Schutz gestellt. Diese 36,5 qkm große Fläche in der Nähe von Zadar und Starigrad erstreckt sich über 1758 Höhenmeter und ich besonders bei Kletterern beliebt, da die steilen Schluchten jedem Niveau gerecht werden und dabei immer noch eine Herausforderung darstellen. Die teils nur 50m voneinander entfernt liegenden fast senkrechten Karstwände steigen auf bis zu 500m und von jedem Punkt aus hat man einen guten Blick auf die Adria, die von dem Gebirgsmassiv nur durch einen schmalen Küstenstreifen getrennt ist. Aber auch für Wanderer und andere Naturfreunde ist der Nationalpark Paklenica ein lohnendes Reiseziel: Gemütlichere Wanderwege belohnen mit einer fantastischen Aussicht und im geschützten Territorium des Parks hat man die seltene Gelegenheit einige der letzten frei lebenden Geier Europas zu beobachten.

 

 

Informationen über die Nationalparck Paklenica

 

 

Geschichte

Nationalpark Paklenica 51Das Gebirge Velebit und besonders die Region des Nationalparks Paklenica waren unter Bergsteigern schon immer bekannt.

Die einen suchten hier ihre sportliche Herausforderung, die anderen veröffentlichten wissenschaftliche Schriften zur Tier- und Pflanzenwelt, zum Klima in dieser Küstennahen Berglandschaft oder den geomorphologischen Prozessen, die das einzigartige Panorama formten. Doch erst im Jahr 1928 wurde die Schlucht zum Nationalpark erklärt, im Jahr darauf wurde dieser Status aber nicht erneut bestätigt.

Bis in die 90er Jahre hinein umfasste das geschützte Gebiet gerade mal eine Fläche von 36,5 Quadratkilometern, die allerdings mittlerweile auf seine heutige Form erweitert wurde.

Heute gehören zwei Schluchten und ein Großteil des Hinterlandes zu dem 102 Quadratkilometer großen Naturpark. So ist seit 1997 sicher gestellt, dass die bis zu 400 Meter hohen Steilwände, die fruchtbaren Waldflächen und das einzigartige Panorama auch für künftige Generationen in all seiner Schönheit erhalten bleibt.

 

 

Flora & Fauna

Flora

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In den steilen Hängen und den überhängen der beiden Schluchten wächst kaum etwas, nur äußerst resistente Gräser und der dekorative Alpenseidelbast können sich in der ungastlichen Umgebung behaupten. Auf den gemäßigteren Hängen hingegen bietet sich eine breite Vielfalt kroatischer Vegetation: Zum Meer hin gedeihen die mediterranen Pflanzen, zur Landseite hin kann man die kontinental-alpine Bewachsung entdecken. Zum Fuß des Gebirges erstrecken sich riesige Wälder voller Buchen, Eichen Eschen, Tannen und Fichten, in Gipfelnähe dünnt die Bewaldung ab und mehr und mehr Blüten- und Kräuterpflanzen finden sich ein.

 

 

 

Fauna

Wegen der tief ins Land hineinschneienden Schluchten mischen sich typische Küstentiere mit der charakteristischen Inlandfauna auf dem Gebiet des Nationalpark Paklenica. Besonders viele seltene Vogelarten fühlen sich an den Felswänden der Schneisen heimisch, hier kann man unter anderem die Zaun- und die Schwarzkopfammer, den Küstenbaumpieper und den Kleiber erspähen.

Wer allzu große Schwingen über sich kreisen sieht hat das Glück einen der vom aussterben bedrohten Schlangenadler, Steinadler oder den riesigen Gänsegeier in freier Wildbahn zu erleben.

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Diese Aasfresser werden im Park nicht nur geduldet oder als Attraktion erhalten, sie erfüllen auch einen praktischen Zweck: Verendet eins der Schafe auf den Weiden des Gebirges wäre ein Abtransport zu mühsam, das langsame Verrotten des Kadavers andererseits würde zu Krankheiten unter den noch lebenden Tieren führen – und so übernimmt der Geier mit dieser „Fütterung“ die Funktion einer „biologischen Müllabfuhr“.

Neben den Vögeln wird der Luftraum von farbenprächtigen Schmetterlingsarten bevölkert, der Boden in den unteren Gefilden gehört den Echsen, Schlangen und der Landschildkröte.

In den bewaldeten Gebieten kann man schon mal auf einen der scheuen Bären, Wölfe oder eine der Wildkatzen stoßen, die hier noch immer frei und unbescholten leben. Ihre Spuren im Dickicht zu entdecken fällt den kundigen Fährtenlesern nicht schwer, die Tiere selbst allerdings zu Gesicht zu bekommen hat Seltenheitswert – aber das ist manch einem vielleicht auch lieber so… Zahmer und zahlreicher sind da schon die Gemsen, die man auf schwindelerregenden Felsvorsprüngen sehen kann.

Sie waren einst im Gebirge heimisch, wurden dann aber domestiziert oder ausgerottet und in den 1970er Jahren erneut ausgesetzt. Seither haben sie sich ihren „neuen alten Lebensraum“ weitestgehend erschlossen und scheinen sich über den Abwechslungsreichen Anblick von Sportkletterern ebenso zu freuen, wie umgekehrt!

 

 

Sehenswertes

Wanderwege

In acht Stunden kann es der geübte und fitte Wanderer von dem Parkplatz an der großen Schlucht aus bis zum 1758m hohen Gipfel Vaganski vrh schaffen.

Zwischendurch noch eine kurze Verschnaufpause und einen Snack an der Hütte Lugarnica auf 440m Höhe einlegen und dann dem Weg über einen malerischen Bach und entlang der Gipfel Crljeni kuk und Babin kuk weiterlaufen.

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Doch dieses straffe sportliche Programm lässt die Schönheit der Natur und den Genuß der einzigartigen Kulisse außen vor.

Oben angekommen ist man bestimmt stolz und erschöpft – hat aber das schönste verpasst. Insofern ist es empfehlenswerter, den Park in mehreren kleinen Etappen zu erforschen.

Die 150km Wanderwegstrecken sind auf den Karten der Parkverwaltung eingezeichnet.

Wer nicht mit all den anderen Touristen laufen möchte.

Sollte sein Auto nicht am Parkeingang stehen lassen, sondern der Straße etwas weiter in die große Schlucht hinein folgen oder bei gutem Wetter in die kleine Schlucht hinübergehen und sich dort seinen Weg suchen.

Hier werden die Wanderwege allerdings weitgehend der Natur überlassen, was eine gute Ausrüstung empfehlen lässt.

In der heißen Sommerzeit hat man vom ausgetrockneten Flussbett aus einen schönen Blick auf die Hänge und die vielen weißköpfigen Gänsegier die hier die Abgeschiedenheit suchen.

Sobald aber die Niederschläge einsetzen ist eine Wanderung hier nur mit einem guten Reisebegleiter oder nach Erkundung des Gebiets im Trockenzustand eine gute Idee.

 

 

 

Höhle Manita pec

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Die schönste aller Berghöhlen ist die von Stalakmiten durchsetzte Manita pec mit ihren beeindruckenden unterirdischen Hallen und Gängen.

Die größte bisher entdeckte Halle misst 65 x 40 Meter und ist 32 Meter hoch.

Bis zu einer Tiefe von 175 Metern ist das natürliche Gewölbe bereits erforscht und erschlossen, so dass es im Juli und August täglich, in den Monaten davor und danach mehrmals pro Woche mit einem geschulten Fremdenführer besichtigt werden kann.

Anmeldungen für die Touren – individuelle Besichtigungen sind aus Sicherheitsgründen nicht möglich – nimmt die Verwaltung des Parks im Hotel Alan entgegen.

 

 

 

Dörfer

Im unwegsamen Gebiet des Nationalparks sind Esel oft das einzige Verkehrs- und Transportmittel. Was Besuchern als ländliche Idylle und Hommage an vorindustrielle Zeiten erscheint, ist der Bevölkerung selbst oft lästig. Die Jugend zieht es aus den Ställen an die Universitäten und so wachsen die Großstädte, während Orte wie Jurline, Veliko Rujno und Ramici mit ihren Steinmäuerchen und Weideflächen den Großteil des Jahres verlassen im Naturpark liegen.

Einzig zu den Feiertagen und um der Hektik der Stadt zu entkommen kehren vor allem die älteren Bewohner gerne hierher zurück. Nur wenige Bewohner leben noch ganzjährig in Orten wie Marasovici, wo sie aber hauptsächlich auf hungrige, durstige und müde Ausflügler warten und nicht mehr der extrem kraftzehrenden Landarbeit auf dem steinigen, felsigen Grund nachgehen.

 

 

 

Panorama

Besonders schöne Aussichten genießt man bei einer Wanderung zum Vidakov kuk, wo Felsnadeltürme in die Höhe ragen und ihre Spitzen fast schon abzubröckeln scheinen. Kletterer versuchen sich an den schmalen Steinformationen, Wanderer können entweder zwischen ihnen einen Weg suchen und sich wie in einem versteinerten Wald fühlen oder von Starigrad aus den östlichen Wanderweg wählen und schon auf dem Hinweg die Aussicht auf die Rillenkarren genießen.

Eine Alternative hierzu bietet der Panoramaweg 5, der über die Babunjasa-Höhe in sanften Hebungen und Senkungen zu einem Weiler im Paklenica-Tal führt und einen einmaligen Blick auf all die Schönheit bietet, die diesen Park zum Naturschutzgebiet gemacht hat!

 

 

 

Klettern im Park Paklenica

Direkt am Eingang der großen Schlucht in der Nähe des Parkplatzes treffen sich die Kletterer und solche, die es werden wollen. In diesem recht einfachen Gebiet sind ausreichend Sicherungsvorkehrungen angebracht um langsam auf den Geschmack an der senkrechten Fortbewegung zu kommen.

Eine besondere Attraktion sind die Gänsegeiernester, die sich oberhalb der Kletterrouten befinden.

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Diese Regionen sind für die Sportler selbstverständlich gesperrt, aber das Kreisen der Greifvögel und ihre Anwesenheit im Horst sind für die wartenden Kletterfans ein willkommenes Unterhaltungsprogramm.

Je weiter man in den Nationalpark vordringt, desto anspruchsvoller werden die Routen: In der Pension Rajina treffen sich Profi-Kletterer um neue Routen zu legen oder im umfangreichen Archiv an Originalberichten von Erstbegehungen zu stöbern.

Namhafte Freeclimber haben hier wertvolle Tipps hinterlassen und für ihre eigenen Reiseführer recherchiert.

Besonders idyllisch und ästhetisch sind die Routen an der Westwand des Anica kuk, die allerdings schon eines stundenlangen Hinmarsches bedürfen. An dieser 400m hohen Steilwand werden im Sommer auch Kurse angeboten.

Wer die Stecke, die schon einige tragische Opfer forderte, auf eigene Faust erkunden möchte, nimmt am besten seine Campingausrüstung mit und verteilt Kletter- und Wandertour auf mehrere Tage. Dann sind Vidakov kuk, Bojin kuk, Babin kuk und die Wände der kleinen Schlucht aber einmalige Erlebnisse und Herausforderungen, bei denen man nur aufpassen sollte, seine eigenen Fähigkeiten nicht zu überschätzen.

 

 

 

Bilder

Nationalpark Paklenica  Nationalpark Paklenica Aussicht

Nationalpark Paklencia Felswand  Nationalpark Paklencia besichtigen

Nationalpark Paklencia Gesteinswand  Nationalpark Paklencia große Felswand

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Nationalpark Paklencia wichtige Orte  Nationalpark Paklencia Höhle

Nationalpark Paklencia Wegbeschreibung  Nationalpark Paklencia tolle Aussicht

Nationalpark Paklencia von oben  Nationalpark Paklencia Gipfelkreuz

Nationalpark Paklencia Sonnenuntergang

 

 

 

Video

 

 

 

 

Map

 

 

 

Anreise

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Über das gut ausgebaute Autobahnnetz Kroatiens fährt man zum Küstenort Starigrad und folgt von hier den Schildern nach Paklenica.

Im Hotel Alan, in dem man bei mehrtägigen Besuchen auch komfortabel wohnen kann, findet man den Verwaltungssitz des Parks und kompetente Ansprechpartner für Fragen zu öffnungszeiten, Flora, Fauna und allem, was Sie sonst noch über die Schluchten wissen möchten.

Von hieraus führt eine gut beschilderte Straße zu Haupteingang und dem Anfang der großen Schlucht Velinka Paklenica. Im Park selbst stehen Ihnen zahlreiche ausgeschriebene Straßen und Wanderstrecken zur Wahl.

Einerseits scheint im Velebit-Gebirge an 1840 Stunden pro Jahr die Sonne, andererseits sind hier sehr viel heftigere und häufigere Niederschläge als in den Küstenregionen zu verzeichnen. In den Höhen kommt es auch im Sommer gelegentlich zu Nebelbänken und die Temperaturen liegen meist unter denen der nahen Großstädte.

Darum empfiehlt es sich, auch bei Sonnenschein und vermeintlich strahlendem Wetter einen Pullover oder eine Regenjacke mit auf die Wanderung zu nehmen. Mit etwas Glück kann man die ja ausschließlich als Picknickdecke umfunktionieren!